Nach Łódź und Poznań, zwei der bedeutendsten Städte in Polen, führte im Oktober 2013 die Reise einer Schülergruppe des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums (der Anzeiger berichtete). Gemeinsam wurden bislang fremde Städte erkundet.

Die gesamte Reisegruppe hat freiwillig viel Arbeit in die Vorbereitung investiert. Referate wurden zu den unterschiedlichsten Aspekten der Reise vorbereitet, etwa zur Industrialisierung, zum religiösen Miteinander und natürlich zu den deutsch-polnischen Beziehungen.

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Die Reise trug dazu bei, unser Nachbarland am Beispiel von Łódź (Sitz der Partneruniversität der Justus-Liebig-Universität) und Poznań (Hauptstadt der hessischen Partnerregion Wielkopolska),mit ihrer jeweiligen polnisch-deutsch-jüdischen Geschichte kennenzulernen, aber auch um Gießen und Hessen bei Begegnungen mit polnischen Schülern vorzustellen.

Koordinator der Reise war Thorsten Rohde, LLG. Unterstützt haben das Projekt die Hessische Landeszentrale für politische Bildung, das Schulverwaltungsamt Gießen, das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZO) an der Justus-Liebig-Universität Gießen und das Historische Seminar der Universität Basel.

 

Zur Bundespreisverleihung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue

Zum Abschluss des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten zum Thema „Vertraute Fremde – Nachbarn in der Geschichte“ hatte die verantwortliche Körber-Stiftung nach Berlin geladen. Von den erneut überaus erfolgreichen Teilnehmern des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums konnten sich Daniel Erb (Klasse 9a) und Annemarie Scheld (Qualifikationsphase 11) über eine Einladung freuen. Begleitet wurden die beiden von ihrem Tutor Christoph Geibel und Isabelle Leiter-Münch.

Daniel erhielt für seine Arbeit „Von Tankstellen und Obdachlosen – Gießener Nachbarschaftskonflikte um 1930“ einen zweiten Bundespreis und gehörte auf Bundesebene zu den jüngsten Preisträgern. Annemarie wurde für ihre Arbeit „Nachbarschaft unter Studenten – Toleranz für jedermann?“, die sie mit Annika Nürnberger (ebenfalls Qualifikationsphase 11) eingereicht hatte, mit einem dritten Bundespreis ausgezeichnet. Ein weiterer dritter Bundespreis ging an Johanna Zimmermann (Abiturientin) für ihre Arbeit „Nachbarn hinterm Stacheldraht – Die Zonengrenze zwischen der westlichen Stadt Bad Sooden-Allendorf und den ehemaligen Grenzgemeinden Wahlhausen, Lindewerra und Asbach-Sickenberg im Osten“.Johanna war in der Projektphase hauptverantwortlich von Isabelle Leiter-Münch betreut worden.

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Auf seinem Amtssitz eröffnete Bundespräsident Joachim Gauck mit einem freundlichen „Guten Morgen“ am Mittwoch, den 13. November, die Feierstunde, woraufhin sich das stehende Auditorium gespannt setzte. Im großen Saal des Schloss Bellevue wurden anschließend die fünf ersten Bundespreise verliehen und die damit verbundenen Arbeiten vorgestellt. Außerdem wurden die deutsch-französische und die deutsch-polnische Sonderinitiative präsentiert, die jeweils in einem Sonderwettbewerb mit grenzüberschreitenden Geschichtsprojekten gewonnen hatten. Dazu passte die musikalische Umrahmung durch die deutsch-französischen Raps der Band „Zweierpasch/Double Deux“ aus Freiburg. Die Zwillinge Till und Felix Neumann bewegten mit ihren kreativen Texten ebenso das Auditorium wie Gauck, der alle Gäste dazu aufrief, eine Haltung zu entwickeln, den Mut Entscheidungen zu treffen und Zivilcourage zu zeigen. Den Abschluss der Feier bildete die Verleihung der Tutorenpreise an drei Lehrkräfte als Anerkennung für ihre Tätigkeit. Anschließend gab es bei ausgefallenen Häppchen die Gelegenheit für Fotos mit dem Bundespräsidenten.

Bereits am Vortag war der Gießener Delegation ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten worden. Zunächst hatten sich alle Teilnehmer im sogenannten Ochsenstall eines ehemaligen Gutshofes in Berlin-Neukölln kennen gelernt. Anschließend hatte es Führungen durch das Regionalmuseum Neukölln sowie die Hufeisensiedlung (Weltkulturerbe der Unesco) gegeben. Nach einer kleinen Stärkung bei leckerem Kuchen sowie Kaffee und Tee konnten letzte Fragen an die Experten vor Ort gestellt werden. Danach ging es mit dem Bus weiter in die „Bar jeder Vernunft“ (Berlin-Wilmersdorf). Hier bot das Ensemble „Hidden Shakespeare“ aus Hamburg Improvisationstheater vom Feinsten. Rund um das Großthema Geschichte dichteten, sangen und spielten sie mit Unterstützung des begeisterten Publikums. Nach einem erneuten Gaumenschmauß wurden die Tischgruppen bunt durchgewürfelt, um auch gruppenübergreifende Gespräche anzuregen.

Den Ausflug nach Berlin werden Daniel und Annemarie wohl nie vergessen. Wenn der nächste Wettbewerb am 1. September 2014 startet, werden mit Sicherheit nicht nur die beiden überlegen, sich erneut auf Spurensuche zu begeben. Schließlich hatten die Teilnehmer vom LLG zusätzlich zu den Auszeichnungen auf Bundesebene bereits mit elf Landes- und fünf Förderpreise sowie dem Schulpreis bei der Landespreisverleihung im Wiesbadener Landtag auf sich aufmerksam gemacht.  

Wie lebten die Menschen in der Steinzeit? Wie konnte die Erfindung der Landwirtschaft das Leben der Menschen grundlegend verändern? Und wie kommt eigentlich das Feuer aus den Steinen? Die Klasse 7c des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums hat sich mit Geschichtslehrer Thorsten Rohde in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema Steinzeit auseinandergesetzt. Ein Anlass, den Unterricht in das Oberhessische Museum zu verlegen. Dort gibt es im Wallenfels’schen Haus am Kirchenplatz eine beeindruckende Sammlung zur Vor- und Frühgeschichte und die galt es, genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Kay-Hermann Hörster, freier Mitarbeiter des Museums, führte die jungen Gäste in einer individuell konzipierten Veranstaltung durch die Sammlung. Hierbei hatten die Kinder Gelegenheit, einzelne Exponate näher zu betrachten und somit dem im Unterricht gelernten Stoff auf besondere Weise nachzuspüren. „Wichtig ist es, dass der Museumsbesuch altersgerecht organisiert wird“, so Lehrer Rohde. „Ansonsten kommt es schnell zu Überforderung und Langeweile“. Doch die kam durch die gut vorbereitete Führung gar nicht erst auf. Die Siebtklässler konnten in kleinen Gruppen das Museum auch eigenständig erkunden und durften dabei sogar einen Blick ins Depot werfen oder, ganz wie die Museumsprofis mit weißen Handschuhen, Originale in die Hand nehmen. Ein Ziel des Besuches war nicht zuletzt auch, das Museum als kulturelle Einrichtung zu erfahren. „Selbstverständlich sind Spaß und Erlebnis wichtig. Aber es geht auch immer darum, die Kinder für das Museum und seine Dinge zu sensibilisieren.“ erklärt Hörster das Konzept. „Wir müssen früh ein Verantwortungsgefühl für den Umgang mit Kulturgut wecken und vermitteln, dass es Dinge in unserer Konsumgesellschaft gibt, die von einmaligem Wert sind und nicht einfach nachgekauft werden können.“ Hörster gab den Fragen der Kinder viel Raum, so dass in der zweistündigen Führung jeder auf seine Kosten kam.

Am 25. September 2013 machte im Rahmen der Berufsorientierung in der Oberstufe der FutureTruck der TU Chemnitz Station am LLG. Studienberater und Studierende der TU informierten über Perspektiven und Studiengänge im MINT-Bereich. Etwa 140 Schülerinnen und Schüler vor allem aus der Qualifikationsphase nutzten den Tag über die Gelegenheit, Einblicke in Studienmöglichkeiten und -bedingungen an dieser TU zu gewinnen.

Neben Gesprächen wurden interessante Experimente und Demonstrationen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik geboten. So konnten sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise mit Lego-Robotern, SPS-gesteuerten Sortiermaschinen, Hirnstrommessungen, einem Original-BMW-Schaltgetriebe und High-Tech-Beinprothesen beschäftigen. Nach einem interessanten Info-Tag machte sich der Truck am späten Nachmittag wieder auf seinen Weg in Richtung Sachsen.

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Preisverleihung im Hessischen Landtag

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Anlässlich der Landespreisverleihung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2012/2013 hatte sich am Montag eine Delegation des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums mit Preisträgerinnen und Preisträgern, Tutoren und Schulleiterin Antje Mühlhans in Begleitung von Stadtarchivar Dr. Ludwig Brake auf den Weg nach Wiesbaden gemacht. Im Rahmen der etwa eineinhalbstündigen Feier erklang mehrfach Kirsten Pörschkes Satz an einen Gießener Preisträger: „Komm bitte nach vorne, dein Tutor, Herr Geibel ist schon hier.“ Dieser Satz der Moderatorin stand sinnbildlich für den Erfolg der Gießener Schülerinnen und Schüler, die außer von Christoph Geibel von Johannes Adamietz, Elisa Gerth, Helmuth Kloos, Isabelle Leiter-Münch und Thorsten Rohde betreut worden waren.

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Insgesamt elf Landespreise, die jeweils mit 250 Euro dotiert sind, gingen ans LLG. Die Jury lobte unter anderem, dass die jungen Forscher in ihren Wettbewerbsbeiträgen zum Thema „Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte“ die „emotionale Distanz gewahrt“ hätten, was selbst Profis schwer falle, während andere „emotional sehr dichte Beiträge“ verfasst und sich richtig in die Geschichte „eingegraben“ hätten. Im Anschluss an die Einzelwürdigungen war es für die Anwesenden keine Überraschung, dass das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium zur landesbesten Schule ausgezeichnet wurde.

Urkunden und Glückwünsche erhielten die Preisträger diesmal im Medienraum des Plenargebäudes von Peter von Unruh, Direktor des Hessischen Landtags und Dr. Klaus Wehmeier, Vorstand der Körber-Stiftung. Zuvor war dem Publikum durch eine Lesung aus Arbeitsberichten verschiedener Wettbewerbsbeiträge die Leistung der Teilnehmerinnen vor Augen geführt worden. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde durch zwei beeindruckende Gesangsbeiträge der 17-jährigen Wiesbadenerin Mira Seyfettinoglu.

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