„Whistle down the wind“ - Premiere am LLG

Die Deutschland-Premiere des Musicals „Whistle down the Wind“ von Andrew Lloyd Webber und Jim Steinman, aufgeführt von der LLG Musical Company, der Musicalgruppe des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums Gießen, war ein voller Erfolg.

Die erst kurz zuvor sanierte Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Es war ein großer Tag für alle Mitwirkenden. Alle waren mit viel Herzblut und Schwung bei der Sache. Die zahlreichen Proben hatten dazu geführt, dass die Akteure eine großartige Aufführung boten: Schauspiel, Gesang, Orchester und Tanz, alles war bis ins Detail aufeinander abgestimmt. Die Kinder sollten Erfahrungen sammeln und daran wachsen. Mit Erfolg. Sie gingen während der Proben (die über ein Jahr dauerten) mit Begeisterung in ihren Aufgaben auf und schöpften daraus viel Selbstbewusstsein. 44 Rollen sind auf 54 Darsteller verteilt, die Jüngeren von ihnen sind doppelt besetzt. Dazu kommen Orchester und Mitarbeiter für Technik und Bühnenbild, sodass etwas über hundert Schülerinnen und Schüler sowie Ehemalige involviert sind.

Das Publikum erwartete neben eingängigen Melodien eine wunderschöne Geschichte (Louisiana, 1959): das Mädchen Swallow entdeckt in einer Scheune einen Verletzten, den es für Jesus hält und aufopfernd pflegt. Der Mann, der seine Anwesenheit geheim halten möchte, wird zum Anziehungspunkt für alle Kinder des Dorfes. Doch ist Jesus wirklich zurückgekehrt oder ist der Unbekannte tatsächlich jener aus dem Gefängnis entflohene Mörder, nach dem die Erwachsenen mit dem Sheriff suchen? Glaube, Hoffnung und kindliche Unschuld kollidieren schon bald mit der harten Realität der Erwachsenen. In der letzten Szene vor der Scheunde wurde dies mit dem Lied „Kinder an die Macht“ besonders ergreifend dargestellt. Der Kontrast zwischen den fröhlichen Kindern und den düsteren, bewaffneten Erwachsenen könnte nicht größer sein. Besonders herausragend waren die gesanglichen Darbietungen von Daphne Przybilla als Swallow, Johanna Peller als Brat, Inga Ströde als Poor Baby, Mathis Görke als Boone und Achim Ströde.

Die Licht- und Ton-AG zeigte wieder einmal eindrucksvoll, wie professionell sie arbeitete, zum Beispiel bei der simulierten Motorradfahrt durch den Schnee oder bei der Darstellung des Feuers in der Scheune. Nachdem die begeisterten Zuschauer die Leistungen der Akteure mit lang anhaltendem Beifall und „standing ovations“ gewürdigt hatten, versammelten sich alle Mitwirkenden auf der Bühne. 

Schulleiterin Antje Mühlhans war voll des Lobes und bedankte sich herzlich bei allen Mitwirkenden, besonders bei Martin Ballmeier (Regie und musikalische Leitung), Katrin Schwalb (Musikalische Einstudierung, Orchesterdirigentin), Karin Ballmeier (Choreographie ), Lorena Glatthaar (Regie-Assistenz, Dancecaptain), Johannes Adamietz (Vocal-Coaching) und Paul Hermann (Technische Leitung, Lichtdesign).

Martin Ballmeier, Musiklehrer am LLG, erfüllte sich mit dieser Aufführung einen Jugendtraum, denn "Whistle Down The Wind" wollte er schon lange einmal aufführen. Das erwies sich jedoch als schwierig: 1996 zum ersten Mal in den USA präsentiert, kam eine deutschsprachige Fassung erst vor zwei Jahren heraus. Der Verlag wusste von Ballmeiers Interesse und fragte bei ihm an, woraufhin der Pädagoge die Aufführungsrechte für das LLG erwarb. Auf Deutsch war das Stück nur 2018 in Wien zu sehen - in Deutschland lief es bisher nicht offiziell, daher ist die Vorstellung am LLG eine kleine Sensation.

Das Musical war bei der Uraufführung in Washington D.C. durchgefallen, erst der gründlich überarbeiteten zweiten Fassung 1998 war Erfolg beschieden. Der titelgebende Song "Whistle Down The Wind" erklang im selben Jahr bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Nagano. Songs aus dem Stück, wurden in Cover-Versionen zu Hits, darunter "No Matter What" von Boyzone und "Tire Tracks and Broken Hearts" von Bonnie Tyler.
Die eingängigen Lieder, das ausdrucksstarke Spiel, die eindrucksvolle Choreografie, das gelungene Bühnenbild, die Lichteffekte und nicht zuletzt ein sehr gutes Orchester – all das trug dazu bei, dass diese Aufführung sicherlich für viele unvergessen bleiben wird.

Gießener Zeitung vom 6.4.2019

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