Studien- und Begegnungsfahrt nach Tschechien

Unter dem Namen „Wir leben in Europa“ fand vom 13.10. bis 18.10.2018 in Tierlitzko (Těrlicko) eine Deutsch-tschechische Studien- und Begegnungsfahrt für Jugendliche aus Deutschland und Tschechien statt.

Tschechien 1An diesem Seminar nahmen insgesamt 27 Schüler und fünf Betreuer aus Deutschland und Tschechien teil. Vom Landgraf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen unternahmen 15 Jugendliche eine fast 1000 km weite Reise, um sich mit 13 Schülern von der Schule “Základní škola a Mateřská škola T. G. Masaryk“ aus Fulnek zu treffen. Für die jungen Leute gab es somit eine Gelegenheit, sich und ihre Städte kennenzulernen, sich auf Deutsch auszutauschen und die Sprachkenntnisse zu verbessern. Gerade durch solche Seminare verstehen es die Schüler, wie wichtig es ist, Fremdsprachen zu lernen, um länderübergreifend kommunizieren zu können. Politik und Wirtschaftslehrer Martin Fritsch zeigte sich begeistert von diesem Begegnungsseminar, das den Jugendlichen ermögliche, die gemeinsame Geschichte besser zu verstehen.

Organisiert wurde die Begegnung vom Verein der Deutschen (VdD) des Teschner Schlesiens in Havířov unter der Leitung von Frau Vilma Mattis. Das Programm hat Herr Eckhard Scheld, STD. a D. in Zusammenarbeit mit Herrn Martin Fritsch, Lehrer am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium und Frau  Hana Klimíčková  und Frau Karla Střílková (beide Lehrerinnen von der Schule „Základní škola a Mateřská škola T. G. Masaryk“ aus Fulnek) ausgearbeitet. 

Wie Herr Eckhard Scheld betonte, steht die Bildung im Vordergrund, deshalb trägt das Seminar den Untertitel: „Auf den Spuren von international bekannten Persönlichkeiten aus dem mährischen Schlesien“. Es orientierte sich an der gleichnamigen Publikation des Moravskoslezský kraj, die in Zusammenarbeit mit der EU publiziert wurde. In seinen Vorträgen konnten die Teilnehmer/-innen viel Wichtiges und Interessantes über Comenius, Joseph von Eichendorff, Sigmund Freud, Emil und Dana Zatopek und Leoš Janáček erfahren. Dazu gab es auch eine Rallye in Fulnek, wo Comenius in den Jahren von 1618-1621 Prediger war. Von dort ging es zum ehemaligen Schloss der Familie Eichendorff in Sedlnitz/Sedlnice mit Abschluss in die zehn Kilometer entfernte Stadt Příbor /Freiberg zum Geburtshaus von Sigmund Freud. Eine zweite Busfahrt führte die Jugendlichen zum Technischen Museum Tatra nach Kopřivnice / Nesseldorf, wo sie von Radim Zatopek viele Fakten über die Automobilgeschichte von Tatra erfahren und interessante Exponate besichtigen konnten. Im Museum befindet sich auch eine Ausstellung zu den bekannten tschechischen Olympiasiegern Emil und Dana Zatopek. Zwei Kurzfilme über den Langstreckenläufer und die Speerwerferin bringen ihre sportliche Geschichte den Besuchern näher. Weiter ging es mit dem Bus nach Hukvaldy / Hochwald wo die gleichnamige Burg und die Gedenkstätte des berühmten Komponisten Leoš Janáček besichtigt wurden.Tschechien 4

Es war eine sehr gelungene Begegnung, die Teilnehmer haben sich gut verstanden sowohl persönlich, wie auch sprachlich und zu Englisch wurde nur im „Notfall“ gegriffen, die deutschen Schüler lernten sogar auch paar Worte auf Tschechisch. Alle  haben sich über das Seminar gefreut, haben Ihre Bildungs-und Sprachkenntnisse erweitert. Es blieb auch Zeit für Spaziergänge, Beachvolleyball und Baden an der Talsperre in Tierlitzko. 

Es gibt besondere Verbindungen zwischen beiden Seiten. Den Jugendlichen war es bisher nicht bekannt, dass in dem sogenannten Kuhländchen bis zur Vertreibung ca. 100 000 Deutsche lebten. Einige Transporte aus Fulnek und Nový Jičín / Neutitschein kamen auch nach Gießen. So kommt es, dass in der Markwaldsiedlung in Gießen Vertriebene aus dem Kuhländchen leben. Und wer aufmerksam den Namen der Straße des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums in Gießen sowie der umliegenden Straßen liest, wird auch dort einen Bezug herstellen können: Reichenberger Straße, Sudetenlandstraße, Troppauer Straße… Eine weitere Verbindung gibt es durch Comenius. Jan Amos Komenský studierte in den Jahren 1611-1613 in der hessischen Kleinstadt Herborn unweit von Gießen. 

Man kann nur hoffen, dass die gute Zusammenarbeit bestehen bleibt und dass sich auch in den nächsten Jahren wieder Jugendlichen treffen können. Vieles hängt von der Zukunft  des VdD in Havířov ab.

 

Barbara Wendel aus Karvina, ein Mitglied des VdD in Havířov

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