LLG-Schüler beim Begabtenprojekt in Freiberg/Sachsen 

Vom 19.-25.9. unternahmen vier Schülerinnen und vier Schüler der Jgst. 10 (eine Schülerin musste aufgrund einer Erkrankung leider vorzeitig abreisen) in Begleitung von Herrn Dr. Rührup eine Exkursion nach Freiberg/Sachsen im Rahmen eines Schüleraustauschs. Beteiligt waren neben dem LLG zwei Partnerschulen aus Sachsen und Bayern, nämlich das Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg sowie das Maria-Theresia-Gymnasium München. 

Die drei beteiligten Schulen sind von ihren jeweiligen Bundesländern für die Teilnahme an einem Begabtenprojekt nominiert worden. Alle drei Schulen gehören außerdem dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC an.

Die Stadt Freiberg, auf halbem Weg zwischen Chemnitz und Dresden gelegen, liegt am Rande des Erzgebirges gewissermaßen im Herzen des Freistaates Sachsen. Das 1515 in Freiberg gegründete Geschwister-Scholl-Gymnasium zählt zu den ältesten Schulen des Freistaats. Es besteht heute aus zwei Häusern, in denen knapp 900 Schülerinnen und Schüler von circa 80 Lehrkräften unterrichtet werden. Beide Häuser wurden aufwendig saniert. Die unteren Klassenstufen 5-8 sind im sogenannten „Dürerhaus“ untergebracht, die Klassen 9-12 werden im „Albertinum“ unterrichtet, einem schmucken Bau aus der Gründerzeit mit modernem Anbau.

Das Thema des auf sechs Tage angelegten Projekts hatte einen chemischen und einen geschichtlichen Schwerpunkt: zum einen die Gewinnung und Nutzung des Elements Silber in Naturwissenschaft und Technik zum anderen die Bedeutung des Silberbergbaus für die Region Freiberg. 

Verantwortlich für die Organisation und Durchführung des Projekts war der naturwissenschaftliche Fachbereichsleiter des GSG, Herr Dr. Talkenberger.

Am Tag der Anreise wurden nach einem ersten Kennenlernen und einem gemeinsamen Abendessen die Schülerinnen und Schüler von ihren Gastfamilien abgeholt bzw. in einem Gästehaus einquartiert.

Am zweiten Tag standen vor allem naturwissenschaftliche Experimente auf dem Programm. Den Beginn machten Versuche zur antibakterielle Wirkung von Silber in den Räumen der Schulchemie, anschließend hatten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen im Schülerlabor der nahegelegenen TU Bergakademie (TUBAF) Freiberg die Gelegenheit, verschiedene Eigenschaften des Silbers und seiner Legierungen genauer zu untersuchen, vor allem mikroskopische Strukturen, Zugfestigkeit, Leitfähigkeit und Steigerung des Reinheitsgrades durch elektrolytische Verfahren.

Der folgende Freitag begann mit einer Besichtigung der historischen Andreas-Möller-Schulbibliothek des GSG, die wertvolle Drucke und Handschriften u.a. von Nikolaus Kopernikus beherbergt und zu einer der wenigen erhaltenen Schulbibliotheken in Sachsen zählt. Herr Dr. Bannies, Kustos der Bibliothek und leidenschaftlicher Hobby-Bibliothekar mit sächsischem Charme, präsentierte den Schülerinnen und Schülern auf sehr unterhaltsame Art und Weise eine Auswahl der wertvollen alten Bestände. Die übrige Zeit wurde hauptsächlich für die Literaturrecherche und der Erarbeitung der Präsentation am Schlusstag genutzt. Abgerundet wurde der Tag durch eine kurze Schul- und eine längere Stadtführung. Schutz vor dem aufkommenden Regen boten die geschichtsträchtigen unterirdischen Gewölbe des Rathauses.

Der Samstag stand im Zeichen des bundesweiten „Tags der Chemie“. Neben dem gemeinsamen Besuch der Experimentalvorlesung „Vom Silber zum Silicium“ an der TUBAF konnten sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem über Studiengänge in Chemie und angewandten Naturwissenschaften informieren. Eine Fahrt ins nahegelegene Dresden am späten Nachmittag und Abend war optional.

Am darauffolgenden Sonntag standen zwei Besichtigungs-Highlights auf dem Programm: Vormittags der Besuch der einzigartigen privaten Mineraliensammlung „terra mineralia“, die im sanierten Freiberger Stadtschloss Freudenstein untergebracht ist und eine schier überwältigende Fülle an kostbaren Mineralienfunden bietet. Und nachmittags eine fast dreistündige Erlebnistour durch die am Rande der Stadt gelegene „Reiche Zeche“. Der Rundgang in diesem seit 1969 stillgelegten Besucherbergwerk, das auch für die Forschung an der TUBAF nach wie vor von Bedeutung ist, vermittelte einen Einblick in die Arbeitsbedingungen „unter Tage“ sowie in die etwa 800jährige Geschichte des Bergbaus in Freiberg. 

 Der Montag stand im Zeichen der Vorbereitung der abschließenden Präsentation, in der die wichtigsten Erkenntnisse aus den Versuchen, Besichtigungen sowie der Literatur- und Internetrecherche noch einmal zusammengefasst werden sollten. Bei dieser etwa einstündigen Veranstaltung in der Aula der Schule waren auch Eltern, Mitglieder der Schulleitung und des Kollegiums sowie wissenschaftliche Mitarbeiter der TUBAG anwesend. Der anschließende Grillabend im „Schülerclub“ des Albertinum lud dazu ein, die Anspannung abzulegen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. 

Am Dienstagmorgen hieß es dann Abschied nehmen. Es bleiben viele Erfahrungen aus menschlichen Begegnungen, Erinnerungen und neue Erkenntnisse. Beeindruckend war, dass die bunt gemischte Schülergruppe aus drei verschiedenen Bundesländern innerhalb kürzester Zeit hervorragend zusammenwuchs. Dank gilt vor allem Herrn Dr. Talkenberger für die engagierte Planung und Leitung des abwechslungsreichen Projekts sowie den Gastfamilien in Freiberg, ohne die diese interessante Woche nicht möglich gewesen wäre.

 

C. Rührup

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