Vielfalt in Hessen - Zuwanderung und Integration

Wiesbaden, 18.04.2013 - Integration, das Thema des diesjährigen Schülerwettbewerbs des Landeszentrale für politische Bildung, will auf der Grundlage von Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde und Gleichberechtigung ein tolerantes, von gegenseitigem Respekt getragenes Miteinander fördern, zugleich Konflikten und Ausgrenzungen wie auch der Entstehung ethnischer oder kultureller Parallelgesellschaften entgegenwirken.

Im Rahmen des Abschlussprojektes zum Thema "Digitale Bildbearbeitung" reichten Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 eigene Montagen bei ihrem Informatiklehrer Herr Zirbes ein. Neben den äußerst bemerkenswerten Resultaten kann man ferner darüber staunen, mit welchen tollen Ideen, mit welchen unterschiedlichen Techniken und mit welcher Akribie unsere Schüler zu Werke gegangen sind. 

Kursintern gab es ferner einen "Kreatipreis", einen "Arbeitspreis" und den Preis "Das beste Bild".

Ein großes Lob gehört aber allen Schülerinnen und Schülern!

Am Montag, den 29. April 2013, fand am LLG für die Ethikschüler der Klasse 8 der Workshop Zivilcourage satt. Geleitet wurde dieser von den Teamerinnen Susanne Heyn und Simone Arians der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank in Frankfurt. Eingebettet war dieser Projekttag in die schulischen Aktivitäten im „Trialog der Kulturen“, die seit einigen Jahren am LLG mit Unterstützung der Herbert-Quandt-Stiftung durchgeführt werden.

IMGP6933Das Pulverfass „Naher Osten“ ist zuletzt wieder durch den Konflikt in Syrien im Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit. Immer ist hierbei auch der Staat Israel und die israelische Politik dem kritischen Blick der Medien ausgesetzt. Dies ist für Dr. Gabriel Nick, langjähriger Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Giessen, immer wieder eine Motivation, seine Sicht auf die Krisenregion zu erläutern.

Auf Einladung von Thorsten Rohde, Lehrer am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, sprach Nick mit angehenden Abiturienten unter anderem über die israelische Rolle im syrischen Bürgerkrieg. Nick stellte klar, dass der arabische Frühling durchaus zu einem arabischen Herbst werden könne, sollten sich in Libyen, Ägypten und Syrien die Islamisten durchsetzen.

Ebenso wurde kontrovers über die israelische Politik gegenüber den Palästinensern diskutiert. Hierbei betonte Nick, dass auch der Bau der Sperranlage legitim sei, wenn so palästinensischer Terror verhindert werden könne. Man solle in Deutschland nicht vergessen, dass militärische Einsätze Israels doch meist Reaktionen auf vorangegangene Attacken terroristischer Palästinenser oder der Hizbollah seien.

Nick stellte klar, dass er sich durchaus daran störe, wenn in deutschen Medien das Bild des „bösen Israeli“ entstünde, der die Friedensbemühungen im Nahen Osten torpediere. Vielmehr sei auf arabisch-palästinensischer Seite keine Bewegung zu einer Reanimierung des Friedensprozesses zu erkennen. Besonderen Wert legte Nick darauf, dass es vor 1948 nie „Palästinenser“, sondern ausschließlich Araber gegeben habe. Seiner Meinung nach, ist der Name ein Konstrukt, ein politischer Kampfbegriff. Dieser soll die Integration der betroffenen Menschen, von denen viele in den Nachbarländern Israels leben, in die dortigen Gesellschaften unmöglich machen. Auf diese Weise, so Nick, entziehen sich die arabischen Regierungen der Verantwortung für diese Menschen und halten den Konflikt am kochen.

Auch die innenpolitischen Spannungen in Israel, die zum Beispiel zu starken Konflikten zwischen religiösen und säkularen Juden führten, wurden angesprochen. Nick äußerte hier seine großen Sorgen über den wachsenden Einfluss der Orthodoxen.
Die Schüler waren trotz des wenig optimistischen Fazits ihres Gastes dankbar für die Diskussion. „Einen so persönlichen Einblick in den Konflikt kann uns schließlich kein Lehrer bieten“, schloss dann auch einer der Teilnehmer.

Beim Landesfinale Hessen von „Jugend debattiert“ am 19.4.13 im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks erreichte Johannes Volkmann den zweiten Platz und qualifizierte sich damit für die Finalrunden am 14. und 15.6.13 in Berlin. In Hessen haben insgesamt knapp 19000 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teilgenommen. Jeweils zwei Schüler pro Bundesland sind für die Finalrunden qualifiziert. Die Finaldebatten in Berlin finden in Anwesenheit des Bundespräsidenten statt, der auch die Schirmherrschaft des Wettbewerbs inne hat.

 

 

 

Klasse 8c des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums unter den Preisträgern des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung

Die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung war beeindruckt: Die Schülerinnen und Schüler Klasse 8c des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums haben sich mit ihrem Beitrag zum Schülerwettbewerb nicht nur viel Arbeit gemacht. Ihr Thema „Denkmal“ hat sie offensichtlich intensiv beschäftigt und zu großer Kreativität angespornt. Die Anstrengung wurde jetzt mit einem Preis belohnt: 150 Euro fließen in die Klassenkasse.

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„Alle haben toll mitgemacht – das Thema hat die Schüler sehr bewegt,“ freut sich Lehrer Thorsten Rohde. „Die Klasse hat dabei eine ganze Menge gelernt – welche Funktion Denkmäler haben und wie sich diese in der Zeit wandelt.“

Die aus umfassenden Recherchen und Expertengesprächen stammenden Informationen wie auch die sorgfältig ausgewählten Illustrationen hat die Klasse zu einer Hausarbeit zusammengestellt und nach Bonn geschickt.

Die Konkurrenz, gegen die sich die Gießener mit ihrem Beitrag durchsetzen konnten, war riesig. Mehr als 60.000 Jugendliche der 5. - 11. Jahrgangsstufen aus Deutschland und Österreich haben beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2013 mitgemacht. Über 3.000 im Team erarbeitete Projektergebnisse waren zu bewerten. Die Jury setzte sich aus Fachlehrkräften sowie Mitarbeitern einiger Kultusministerien zusammen.

Der angesehene Schülerwettbewerb, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, möchte wichtige Themen in die Schulen hinein tragen, methodische Anstöße geben und so die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer unterstützen.

 

 

 

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